Grund zur Freude: Responsive Design erledigt „mob.MeineSeite“

„Hmm, warum gibt’s von uns eigentlich nichts auf dem iPhone?“, begannen sich ab 2010, angesichts des Siegeszugs der Smartphones, die Marketingentscheider zu fragen. Zu einer Zeit, da jede noch so überflüssige (kostenlose) Apps vom entdeckenden Nutzer heruntergeladen und betastet werden musste, regte sich auch erstmals der Wunsch nach einer mobilen Website. Gemeint ist eine reduzierte Variante der großen Internetpräsenz für Schreibtisch-Displays. Die mobile Website ist optimiert für kleine Smartphone-Bildschirme. Sie verfügt in der Regel über ein einfaches Spaltenlayout und wird mit entsprechend verkleinerten Bildern ausgestattet.
Anbieter, die der Versuchung wiederstehen konnten, eine Marketing-App ohne echten Mehrwert für den Nutzer produzieren zu lassen, bemühten sich also um eine parallel zur Desktop-Website laufende mobile Variante, die der Nutzer häufig unter einer Webadresse der Form mob.meine-domain.de oder m.meine-domain.de finden konnte.
QR-Code-Quadrate auf Postern und Faltblättern kamen auf, die dem Smartphone-Nutzer mit geeigneter App seither den Weg zum mobilen Angebot weisen. (Dumm nur, wenn ein Websitebetreiber mittels QR-Code zwar auf seine Website leitet, diese aber in der Maxi-Desktop-Variante auf den Smartphone-Besucher wartet.)

Zum Ende des Jahres 2012 wurde eine neue Funktion für Webbrowser eingeführt, die dem Responsive Design zum Durchbruch verhalf. Von nun an heißt es: Nur eine Website, die alles kann!

Sämtliche Browser unterstützen nun nämlich eine Medien-Abfrage (Media Query), mit der eine Website die Größe des Ausgabe-Displays ermitteln kann. Das Ergebnis wird genutzt, um den optimalen Satz an Formatierungsvorgaben (Stylesheet-Angaben) auszuwählen. Je nachdem, wie viele hundert Pixel nebeneinander auf einen Bildschirm passen, erscheint nun beispielsweise die horizontale Navigationsleiste als Balken zwischen Kopf und Inhaltsteil, oder platzsparend als Aufklappmenü.

„Wie bitte?“, könnte man sich jetzt fragen, „die Abfrage der Bildschirmgröße soll neu sein? -JavaScript beherrscht schon seit Jahren die Abfrage der Bildschirm-, ja sogar der Browserfenstergröße.“ – Schon, aber nicht mit einem so eleganten Ergebnis, wie es die neue Medienabfrage ermöglicht. Mit ihr kann man seine Webseite bei Kleinerziehen beim Schrumpfen und Umspringen ihrer Designelemente beobachten. Mit JavaScript müsste man die Seite – samt passender Stylesheets – neu laden nach dem Verkleinern des Browserfensters.

Die neue vom W3-Consortium als Empfehlung ausgegebene und von der Industrie mustergültig umgesetzte Browserfunktion zur Abfrage der Bildschirmgröße (Media Query) ist damit zwar technisch gesehen nicht neu, führte aber zu einem Umdenken im Webdesign: Es ist sinnvoll, eine Website standardmäßig responsiv zu gestalten und damit unter ein- und derselben Webadresse das optimale Nutzererlebnis pro Ausgabegerät zu erreichen. Dies wird sich nicht allein positiv auf das Nutzererlebnis von Smartphone-Surfern auswirken. Auch Tablet- und Netbook-Nutzer und Personen mit Sehschwäche und entsprechend geringer Bildschirmauflösung ihres Desktop-PCs werden es zu schätzen wissen, wenn zukünftig kein horizontaler Scollbalken mehr unter einer Website erscheint.

Responsive Webdesign erweitert das Betätigungsfeld für Webdesigner. Wir stehen damit vor der Aufgabe, die Webseiten unserer Kunden standardmäßig für mehrere Bildschirmgrößen zu optimieren.
Wer sich einmal die Mühe macht, mit dem Smartphone die Webseiten einiger Anbieter aus seiner Region aufzurufen, wird noch oft ein ausschließlich für hohe Auflösungen optimiertes Gestaltungsraster vorfinden.

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